Die Gulbenkian-Stiftung, von unschätzbarem Wert für die Welt der Kultur und Wissenschaften, verdankt Portugal den Traumgewinnen, die ein weitsichtiger Ölmagnat und versierter Kunstsammler im Geschäft mit dem »schwarzen Gold« erzielte: Calouste Gulbenkian, 1869 bei Istanbul als Spross einer illustren armenischen Familie geboren. Man kannte ihn als »Mr. Five percent«, wegen seiner 5-Prozent-Beteiligung bei der 1928 gegründeten Iraq Petroleum Company. Sie ging hervor aus der schon 1912 ins Leben gerufenen Turkish Petroleum Company, an der Gulbenkian zu 15 Prozent beteiligt war. Im Zweiten Weltkrieg verschlug es den Diplomaten und Magnaten ins neutrale Portugal, wo er 1955 starb. Sein Vermögen hinterließ er der heutigen Stiftung (Fundação Calouste Gulbenkian) mit dem Ziel, Bildung, Wissenschaft, Wohlfahrt und Kunst zu fördern. Vor dem Sturz von Portugals erzkonservativer Diktatur im Jahr 1974 galt die Stiftung als eine kulturelle Oase und förderte viele Künstler, die heute Rang und Namen haben. Noch heute zählt sie zu den Fixpunkten des kulturellen Lebens in Portugal. Sie organisiert zudem Konferenzen zu aktuellen politischen und sozialen Themen. In anderen Ländern engagiert sie sich im Rahmen von Projekten zur Verbreitung der portugiesischen Sprache und, namentlich in Afrika, zur Malaria-Forschung. Sie gehört zu den reichsten Stiftungen in Europa.